|
Allgemeines über Gorillas
Der Gorilla kommt in zwei Unterarten vor, dem Flachland- (Gorilla gorilla gorilla) und dem Berggorilla (Gorilla gorilla beringei). Gorillas sind die grössten heute lebenden Primaten.
Flachlandgorilla
Der Flachlandgorilla lebt in den Regenwäldern des tropischen Afrika. Er ist tagaktiv und lebt in Gruppen. Seine Nahrung ist rein pflanzlich. Die Männchen werden bis 185 cm gross mit einem Gewicht von 170 bis 275 kg, die Weibchen werden bis 150 cm gross und wiegen 60-100 kg. Gorillas sind schwarz, bei erwachsenen Männchen färbt sich das Rückenfell in den "Silberrücken" um. Meistens halten sie sich wegen ihres hohen Gewichtes auf dem Boden auf.
Fortpflanzung
Gorillas werden mit 8-12 Jahren geschlechtsreif und können über 50 Jahre alt werden. Die Paarungszeit ist über das ganze Jahr verteilt, die Jungen werden nach 245-290 Tagen mit einem Gewicht von 2-2,5 kg geboren. Normalerweise wird nur ein Junges geboren.
Aufgeschnappt
100 Jahre nach der Entdeckung: Zahl der Berggorillas steigt wieder langsam - Artikel vom 17.10.2002 von Antje Passenheim, dpa Die Zahl der stark vom Aussterben bedrohten Berggorillas steigt Artenschützern zufolge wieder leicht an. Nairobi/Frankfurt/Main (dpa) - 100 Jahre nach der Entdeckung durch den Deutschen Robert von Beringe lebten in ostafrikanischen Bergwäldern 674 Tiere, teilte die Umweltstiftung WWF am Donnerstag in Frankfurt am Main mit. Damit stieg ihre Population in den vergangenen sechs Jahren um 54 Gorillas. Dies bedeute allerdings keine Entwarnung: Die früher als "wilde Bestien" gefürchteten Vegetarier habe der Mensch durch Jagd und Zerstörung ihres Lebensraums an den Rand der Ausrottung gebracht. Düster waren schon in in den 60er Jahren die Prophezeiungen der Gorilla-Forscherin Dian Fossey: "Nicht ein Jahrhundert werden die Primaten ihre Entdeckung durch den Menschen überleben", warnte die 1985 ermordete, weltbekannte Expertin damals. Rund ein halbes Jahrhundert bevor sie ihr Forschungslager im Nebel der ruandischen Virunga-Bergkette errichtete, hatte ein Deutscher Hauptmann die erste rätselhafte Begegnung mit den Menschenaffen gemacht. Als Mitglied der Kaiserlichen Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika (heute: Tansania, Ruanda, Burundi) stieß Beringe beim Gipfelsturm auf den Sabinyo-Berg am 17. Oktober 1902 auf die fremdartigen Lebewesen. "Von unserem Lager aus erblickten wir eine Herde schwarzer, grosser Affen, welche versuchten, den höchsten Gipfel des Vulkans zu erklettern", schrieb er in sein Tagebuch. "Von diesen Affen gelang es uns, zwei grosse Tiere zur Strecke zu liefern, welche mit großem Gepolter in eine Kraterschlucht abstürzten." Eines der Opfer, einen 1,5 Meter grosser, 100 Kilogramm schweren männlichen Gorilla, schickte er an das Zoologische Museum in Berlin. Unkontrollierte Jagd, die Zerstörung ihres Lebensraums, die Ansteckung mit Krankheiten und der Schwarzhandel mit Gorillababies führten dazu, dass die Berggorillas an den Rand des Aussterbens gebracht wurden. Öko-Tourismus soll helfen In den Regenwäldern der Virunga-Vulkanberge zwischen Ruanda, Uganda und Kongo lebt nach Informationen des Dian Fossey Gorilla Funds rund die Hälfte der weltweit 674 Berggorillas (Gorilla beringei). Etwa 300 weitere Tiere existieren im ugandischen Bwindi-Nationalpark. Mit Hilfe des 1967 von Fossey gegründeten Forschungszentrums und der Regierung Ruandas konnte die Wilderei dort in den vergangenen 17 Jahren eingedämmt werden. Während der Verzehr von Primatenfleisch als "Bushmeat" von Gabun bis Kongo noch immer verbreitet ist, ist er in Ostafrika ein Tabu. Ebenso der Handel mit lebenden Gorillas oder Jagdtrophäen wie Händen oder Füßen. Allerdings: "Landhunger führt dazu, dass das Revier der Gorillas gnadenlos zerstückelt wird", sagt der Leiter des afrikanischen WWF-Programmes Peter Stephenson. Naturverträgliche Touristenführungen in die Bergwälder sollen gegensteuern. Tausende Besucher aus aller Welt strömen jährlich in die Virunga-Berge, um die Tiere in Begleitung von Rangern aus der Nähe zu betrachten. Für eine Stunde bei den Gorillas zahlen sie umgerechnet rund 250 Euro. Das spült Geld in die Kassen, das auch den Einheimischen zugute kommt. Doch die Bürgerkriege der Region ließen nicht nur den Tourismus einknicken, sondern gefährden auch die seltenen Riesen. Im vergangenen Jahr ermordeten ausgehungerte Rebellen zwei ausgewachsene männliche Gorillas, um ihr Fleisch zu essen. Ein Gorillamann wiederum verlor sein Leben, weil er zur falschen Minute am falschen Ort sass: Der Schütze hatte ihn für einen Guerilla gehalten. Im Mai dieses Jahres metzelten Wilderer auf ihrer Jagd nach einem Gorilla-Baby zwei weibliche Tiere nieder. Nach dem ersten Fall von kommerzieller Gorilla-Wilderei in Ruanda seit 1985 sind Tierschützer wie Behörden des ostafrikanischen Landes hochalarmiert. "Wir wissen zwar, dass unsere tägliche Arbeit hier viel bewirkt hat", sagt die derzeitige Präsidentin des Dian Fossey Funds, Clare Richardson. "Aber es ist fraglich, ob der Berggorilla auch noch die nächsten hundert Jahre überlebt."
Zuchtbuch
Das Zuchtbuch für Flachland-Gorillas führt der Frankfurter Zoo.
Albino-Gorilla tot
Nachricht vom 24.11.2003: Barcelona verliert Wahrzeichen: Einziger Albino-Gorilla der Welt tot Der einzige bekannte Albino-Gorilla der Welt ist tot. Von Hubert Kahl, dpa Barcelona (dpa) - Das an Hautkrebs leidende Tier, das unter dem Namen "Schneeflöckchen" (Copito de Nieve) berühmt geworden war, wurde am Montag im Zoo von Barcelona eingeschläfert. Damit sollte dem Gorilla ein qualvoller Todeskampf erspart werden, teilte der Bürgermeister der spanischen Metropole, Joan Clos, mit. Der Affe wurde etwa 40 Jahre alt. Das entspricht altersmässig mehr als 80 Menschenjahren. Barcelona will eine Strasse oder einen Platz nach "Schneeflöckchen" benennen. Mit seinem weissen Fell und der rosa Haut war der Affe nicht nur der bekannteste Gorilla der Welt, sondern auch ein Wahrzeichen der Stadt gewesen. Er zierte die Titelseiten der Weltpresse, darunter der renommierten US-Fachzeitschrift "National Geographic". Die Bewohner Barcelonas hatten schon im September damit begonnen, sich für immer vom Star ihres Zoos zu verabschieden. Zoo-Direktor Jordi Portabella hatte damals mitgeteilt, dass der Gorilla unheilbar krank sei und sein Leben nicht künstlich verlängert werde. In der vorigen Woche liess der Zoo das Gorilla-Gehege schliessen. Der Affe blutete aus einer offenen Wunde in der Achselhöhle. Er sollte unbeobachtet und auf würdige Weise sterben. Nach seinem Tod wird er weder geklont noch ausgestopft. Allerdings sollen dem Kadaver zu Forschungszwecken genetische Proben entnommen werden. "Copito" war der erste Gorilla, an dem ein Hautkrebs festgestellt wurde. Er gehörte zur Art der Flachlandgorillas, von denen in Afrika noch etwa 40.000 Exemplare leben. Der Zoologe Jordi Sabater Pi hatte das Tier 1966 aus der spanischen Ex-Kolonie Äquatorialguinea in Zentralafrika nach Barcelona gebracht. Der Wissenschaftler hatte das weisse Affen-Kind einem Bauern abgekauft, der "Copitos" Familie erschossen hatte, weil die Gorillas die Früchte von seinen Feldern frassen. Sabater wusste, dass er es mit einer absoluten Rarität zu tun hatte. Bis dahin waren alle Gorillas, die Wissenschaftler zu Gesicht bekommen hatten, schwarz gewesen. Nachdem die sensationelle Entdeckung sich herumgesprochen hatte, reisten Zoologen aus aller Welt nach Barcelona, um den Albino zu bestaunen. Der Zoodirektor von Chicago wollte den Gorilla "für jeden Preis" kaufen. Andere Experten reagierten mit Unglauben. Einige behaupteten gar, das Fell sei künstlich gefärbt worden. Die ersten Monate in Barcelona verbrachte das verspielte Gorilla- Kind in der Wohnung des Zoo-Veterinärs. Dessen Frau kochte dem Affen Brei, wechselte ihm die Windeln und schaukelte ihn in den Schlaf. 1973 wurde "Copito" erstmals Vater. Er zeugte mit seinen drei "Frauen" insgesamt 22 Nachkommen, mehr als jeder andere Gorilla in der Gefangenschaft. Keiner von ihnen erbte jedoch das weisse Fell, alle Jungen waren pechschwarz. Experten halten es für äusserst unwahrscheinlich, dass in späteren Generationen erneut ein Albino auftaucht. Die männlichen Nachkommen sind alle steril. In den 80er Jahren wurde "Schneeflöckchen" zu einer der wichtigsten Touristenattraktionen von Barcelona. Die Olympischen Spiele 1992 sollten zur Sternstunde des Gorillas werden, aber sie wurden zu seiner bittersten "Niederlage". Eigentlich, so war erwartet worden, sollte der Affe zum Maskottchen der Spiele erkoren werden. Aber die Ausrichter entschieden sich anders. Sie wollten nicht das Risiko eingehen, dass das Olympia-Maskottchen vor den Spielen sterben könnte. Seither spielte der Gorilla in der Touristenwerbung kaum noch eine Rolle. "Heute locken vor allem Werke von Künstlern wie Antoni Gaudi, Pablo Picasso oder Joan Miro die Besucher an. Da konnte "Copito" nicht mithalten", sagte der Direktor der Fremdenverkehrsbehörde, Pere Duran. Der Affe sass häufig mürrisch und gelangweilt in seinem Käfig. "Mit seinen Grimassen will er uns sagen, dass das Paradies nicht in Barcelona liegt, sondern im Urwald in Afrika", schrieb der Ex- Zoodirektor Antoni Jonch in seinen Memoiren.
|
Flachlandgorilla, Gorilla gorilla gorilla, Copyright: juvomi.de
Flachlandgorilla, Gorilla gorilla gorilla, Copyright: juvomi.de
Flachlandgorilla, Gorilla gorilla gorilla, Copyright: juvomi.de
Flachlandgorilla, Gorilla gorilla gorilla, Copyright: juvomi.de
Flachlandgorilla, Gorilla gorilla gorilla, Copyright: juvomi.de
Flachlandgorilla, Gorilla gorilla gorilla, Copyright: juvomi.de
Flachlandgorilla, Gorilla gorilla gorilla, Copyright: juvomi.de
Flachlandgorilla, Gorilla gorilla gorilla, Copyright: juvomi.de
Flachlandgorilla, Gorilla gorilla gorilla, Copyright: juvomi.de
Flachlandgorilla, Gorilla gorilla gorilla, Copyright: juvomi.de
|